Goldpreis korrigiert sich, da der USD stärker wird: Fokus auf den Gedanken der Fed und den Verhandlungen zum Schuldenlimit.

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Die jüngste Stärke des US-Dollars und bessere als erwartete US-Wirtschaftsdaten haben zu einer Korrektur des Goldpreises geführt. Der Markt wartet nun auf die Gedanken der Federal Reserve, wobei das Niveau von 2.000 US-Dollar derzeit Unterstützung für Gold bietet.

Kürzlich veröffentlichte US-Daten, einschließlich wöchentlicher Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung und Herstellungsdaten, haben die Erwartungen übertroffen und zeigen, dass die US-Wirtschaft weiterhin gut abschneidet. Dies hat die Wahrscheinlichkeit verringert, dass die Federal Reserve in diesem Jahr die Zinssätze senken oder pausieren muss. Darüber hinaus haben Äußerungen von Fed-Vertreterin Lorie Logan darauf hingewiesen, dass eine Pause im Zinserhöhungszyklus bei der bevorstehenden Zentralbank-Sitzung im Juni möglicherweise nicht angemessen ist.

Die Stärke des US-Dollars hat auf Gold gedrückt.

Die Stärke des US-Dollars, getrieben von den positiven Wirtschaftsdaten, hat die Rohstoffpreise belastet, insbesondere Gold, das in Dollar gehandelt wird. Gleichzeitig haben Diskussionen zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress über die Anhebung der Schuldenobergrenze zur Marktunsicherheit beigetragen. Investoren beobachten genau die Möglichkeit einer Zahlungsunfähigkeit der US-Schulden, falls die Verhandlungen scheitern. Präsident Joe Biden und der Sprecher des Repräsentantenhauses Kevin McCarthy haben ihre Absicht bekundet, bald eine Einigung zu erzielen, mit Gesprächen, die für Sonntag geplant sind. Biden äußerte sich zuversichtlich, eine Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden, während McCarthy glaubt, dass eine Einigung zur Schuldenobergrenze bis Sonntag erreicht werden könnte. Experten warnen jedoch davor, dass eine Einigung nur der erste Schritt in einem möglicherweise herausfordernden Prozess ist.

Während die Schuldenobergrenzenfrage von der Haltung der Federal Reserve zu den Zinssätzen ablenkt, zeigen die wirtschaftlichen Daten weiterhin einen engen Arbeitsmarkt, was der Fed mehr Spielraum gibt, die Zinsen weiter anzuheben. Die Anzahl der Amerikaner, die letzte Woche neue Anträge auf Arbeitslosenunterstützung gestellt haben, ist stärker als erwartet gesunken, was auf die Stärke des Arbeitsmarktes hinweist. Dies widerspricht der Einschätzung der Federal Reserve, dass die Arbeitslosenquote bis Ende des Jahres auf 4,5% steigen wird, wie von Analysten der ANZ Bank erklärt.

Marktteilnehmer warten nun gespannt auf die Kommentare von Fed-Chef Jerome Powell, die am Freitagnachmittag erwartet werden. Powells Äußerungen werden angesichts der jüngsten Wirtschaftsdaten und im Vorfeld des Federal Open Market Committee (FOMC) Treffens im Juni genau unter die Lupe genommen. Auch der Ausgang der Verhandlungen über die Schuldenobergrenze vor dem 1. Juni 2023 wird eine entscheidende Rolle bei der Bestimmung der kurzfristigen Stärke des US-Dollars und der Aussichten für den Goldpreis spielen.

Händler sehen einen negativen Durchbruch unterhalb des Schlüssellevels.

Die technische Analyse legt nahe, dass der Goldpreis trotz jüngster Kursbewegungen den vorherigen Durchbruch unterhalb des Unterstützungslevels von 1.975 US-Dollar verteidigt. Zu beachtende Widerstandsniveaus sind 1.965 und 1.960 US-Dollar, wobei die Fibonacci-Levels im Tageszeitraum wichtige Unterstützungs- und Widerstandsniveaus bieten. Wenn es dem Goldpreis gelingt, die Hürde von 1.975 US-Dollar zu überschreiten, würde der nächste Aufwärtsfilter das Pivot-Point-Ein-Tages-R1-Level bei etwa 1.981 US-Dollar sein.

Zusammenfassend korrigiert sich der Goldpreis derzeit aufgrund der Stärke des US-Dollars und positiver US-Wirtschaftsdaten. Der Markt beobachtet genau die Haltung der Federal Reserve und den Ausgang der Verhandlungen über die Schuldenobergrenze, die die kurzfristigen Aussichten sowohl für den US-Dollar als auch für den Goldpreis beeinflussen werden.

Der aktuelle Zustand des Goldmarktes weist eine auffällige Ähnlichkeit zur turbulenten Ära der 1970er Jahre auf.

Gold wurde von Investoren oft als nicht mehr als Schmuck abgetan, und diejenigen, die Gold als Absicherung gegen Finanzkrisen befürworten, werden oft als exzentrisch bezeichnet. Doch die Geschichte hat gezeigt, dass diese sogenannten „Gold-Fans“ nicht immer unrecht hatten.

Im Jahr 1971 lag der Goldpreis bei nur 35 US-Dollar pro Unze und schoss dann auf den bemerkenswerten Preis von 850 US-Dollar. Das entspricht einem erstaunlichen Gewinn von 2.300 Prozent in nur zehn Jahren. Im krassen Gegensatz dazu erlebten Aktieninvestoren in den westlichen Märkten ein verlorenes Jahrzehnt, das von Volatilität und stagnierenden Renditen geprägt war.

Obwohl die Welt in den 1970er Jahren nicht unterging, war diese Ära geprägt von zweistelliger Inflation, Ölpreisschocks, einem schwachen Dollar und politischer Instabilität. Diese Faktoren schürten Angst und Unsicherheit bei Investoren und trieben sie dazu, in Gold als greifbaren Wertspeicher Zuflucht zu suchen. Als das Jahrzehnt zu Ende ging, kam es zu einer regelrechten Goldkäufe.

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