Die Zentralbanken haben seit 1967 nie so viel Gold gekauft wie heute.

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Laut dem World Gold Council kauften die Zentralbanken im Jahr 2018 651,5 Tonnen Gold, die höchste Menge seit 1967. Die Banken suchen nach sicheren und liquiden Anlageoptionen, um ihre Reserven zu diversifizieren. Die Zentralbanken kauften zum neunten Mal in Folge Gold, nachdem sie über zwanzig Jahre lang Gold verkauft hatten.

Zentralbanken kaufen Rekordmenge an Gold – bereiten sie sich auf einen kommenden Crash vor?

Die Zentralbanken auf der ganzen Welt haben im dritten Quartal eine Rekordmenge an Gold gekauft. Laut Branchenverband kauften sie insgesamt fast 400 Tonnen Gold im Wert von fast 21,5 Milliarden Euro. Warum und wieso haben sie gerade jetzt so viel Gold gekauft? In keinem Quartal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2000 beim World Gold Branchenverband haben die Zentralbanken bisher so viel Gold gekauft. Der neue Rekord ist fast doppelt so hoch wie der bisherige Rekord von 241 Tonnen aus dem dritten Quartal 2018. Das dritte Quartal 2022 stellt zudem das achte Quartal in Folge da, in dem die Zentralbanken insgesamt ihre Goldbestände netto erhöhten.

Die Gesamtmenge an physischem Gold, die von den Zentralbanken in diesem Jahr insgesamt erworben wird, wird so hoch sein wie seit 1967 nicht mehr. Damals war der Dollar noch durch Gold gedeckt. Es ist noch nicht klar, wer genau die Käufer dieser riesigen Menge an Gold sind. Was man weiß, ist, dass die Türkei und Katar zu den Käufern gehören. Der Rest ist unklar und das bringt natürlich auch Spekulationsspielraum für ungemeldete Käufe, die noch nicht einmal in den Zahlen erfasst sind. Weitere nicht gemeldete Käufer können nicht ausgeschlossen werden, so der Branchenverband, denn nicht alle offiziellen Institutionen machen ihre Goldkäufe öffentlich oder melden sie zeitverzögert.

Die Investition der Zentralbanken in Gold in diesem Ausmaß zeigt wieder einmal, welche sichere Geldanlage in Zeiten von großen Krisen gewählt wird, nämlich einzig und allein Gold. Die Rücklage in Gold ist die einzige stetige und sichere Anlage für die Staaten, um ihr Vermögen zu sichern. Im Falle eines globalen Crashes besitzen die Länder echte Werte, die krisenfest sind. Zu diesem Zeitpunkt ist es absolut logisch, dass die Zentralbanken die Goldbestände immer weiter aufstocken, denn die Inflation ist deutlich außer Kontrolle und weltweit verlieren die Währungen Monat für Monat mehr an Kaufkraft. Trotz der Bemühungen, die Zinsen anzuheben, steigen permanent die Preise für die Endverbraucher. Alles wird teurer und der Warenkorb wird immer kleiner. Immer mehr Kaufkraftverlust des Dollars und des Euros, und bis jetzt ist kein Ende in Sicht.

In Anbetracht dessen ist es für Anleger ratsam, auch in Gold zu investieren. Gold hat in Zeiten von Krisen immer eine hervorragende Performance gezeigt und kann als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten dienen. Auch wenn der Goldpreis volatil sein kann, so bleibt es dennoch eine sichere Investition, die auch in Zukunft Bestand haben wird.

Im Jahr 2022 kauften die Zentralbanken laut dem World Gold Council 1136 Tonnen Gold, die höchste Menge seit über 55 Jahren. Die Gründe für den Goldrausch sind vielfältig, aber die geopolitische Unsicherheit des vergangenen Jahres spielte eine wichtige Rolle. Laut einem Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit dem Titel „Gold Has No International Resort: Barbarous Relic No More?„, der am 27. Januar 2023 veröffentlicht wurde, ist jedoch nicht die Inflation oder die geopolitische Unsicherheit der Hauptgrund für den Kauf der Zentralbanken, sondern vielmehr die Sanktionen und das US-Exterritorialrecht. Die Zentralbanken der Schwellenländer sind besonders aktiv bei Goldkäufen.

Obwohl die Namen der Zentralbanken, die im Jahr 2022 Gold gekauft haben, nicht bekannt gegeben wurden, wird vermutet, dass die chinesische Zentralbank, die russische Zentralbank und die Zentralbanken der Golfstaaten die aktivsten Käufer sind. Der IWF-Bericht hebt hervor, dass die Zentralbanken besorgt sind über das US-Exterritorialrecht und mögliche Sanktionen, die verhängt werden könnten, wenn sie den Dollar als Referenzwährung verwenden. Daher erscheint Gold als sichere Anlageoption für Zentralbanken, die ihre Reserven außerhalb des US-Finanzsystems diversifizieren möchten.

Der massive Goldkauf der Zentralbanken im Jahr 2022 kann als ein Zeichen der Vorsicht angesichts der geopolitischen Unsicherheit, aber vor allem als Reaktion auf den US-Druck durch Sanktionen und das Exterritorialrecht interpretiert werden. Russland ist zum größten Goldkäufer geworden, mit einem Rekordkauf von 274,3 Tonnen im Jahr 2018, und nähert sich dem Reserveniveau, das der UdSSR im Jahr 1990 zugeschrieben wurde.

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